Mit nur 100 Worten auf Neuland

Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss würdigt das Wirken des Missionars Johann Flierl

Es kommt nur einmal im Vierteljahrhundert vor, dass die Fürnrieder ihr "Flierl-Fest" feiern. 2011 jährte es sich zum 125. Mal, dass der Birgländer Johann Flierl aus dem nahen Buchhof im Auftrag der Neuendettelsauer Mission seinen Dienst in Papua-Neuguinea antrat. Zum Festgottesdienst kam Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss.

Mit ihm zogen Dekan Karlhermann Schötz, Pfarrer Andreas Utzat und Kirchenvorsteher Uwe Herrmann in die St. Willibaldskirche ein. Die Orgel spielte Martin Hufnagel. Musikalischen Hochgenuss bescherte der Kirchenchor Fürnried unter der Leitung von Susanne Pflaumer der Festgemeinde mit "Lobe den Herrn meine Seele" und "Cantique pour I' Eglise Wallone de Francfort". Der Männergesangverein Fürnried mit Dirigent Werner Müller stimmte die Choräle "Lobe den Herren" und "Herr deine Güte", an.

Bischof hält die Predigt

Dekan Karlhermann Schötz sprach das Gebet des Tages, die Lesung wie auch Grußworte an die Festgemeinde. In seiner Festpredigt ging Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss auf den Missionar Johann Flierl ein.

Er beherrschte gerade einmal 100 Worte des Yabim-Volkes, als er am 12. Juli 1886 die kaum erschlossene Südseeinsel Papua-Neuguinea betrat. In seiner fast 40-jährigen Missionsarbeit habe er sich immer für die Achtung der Menschrechte eingesetzt und gegen die Ausbeutung der Ureinwohner gewandt. Ihr Ansehen genieße Johann Flierl auch als "Vater der Einheit", der die Stämme durch seine Friedensbotschaft versöhnte.

Heute eine Million Christen

"Land meiner Bestimmung" nannte Flierl selbst Papua-Neuguinea. Aus seinem missionarischem Impuls habe sich eine der größten protestantischen Kirchen im Pazifik entwickelt, die heute rund eine Million Mitglieder zählt.

Regionalbischof Weiss erinnerte sich an das 75-jährige Jubiläum der Mission, das er 1961 als Vierjähriger mit seiner Mutter in Buchhof selbst miterlebte. Zwei Papuas waren damals in die Oberpfalz gekommen und verneigten sich vor dem Gedenkstein mit der Inschrift "Hier bin ich, sende mich", bevor sie das Geburtshaus von Flierl besichtigten.

Vor einem Jahr reiste Dr. Hans-Martin Weiss nach Simbang, wo Flierls Missionsarbeit begann. Er besuchte die Erinnerungskapelle für Flierl und seine Missionsnachfolger. Und nach wie vor klingen die Worte des stellvertretenden Bischofs Zau Rapa in seinen Ohren, die dieser zur Begrüßung ausgesprochen habe: "That's your country - das ist euer Land." Weiss verband das mit den Worten des Propheten Jesaja, die für Johann Flierl so wichtig waren: "Hier bin ich, sende mich".

Dem Urgroßvater ähnlich

Regionalbischof Weiss begrüßte auch den Urenkel von Johann Flierl, Peter Pilhofer, und seine Tochter. Der Theologe aus Erlangen ähnelt mit seinem Vollbart dem Urgroßvater doch sehr. Auch Birgland-Bürgermeister Herbert Steinmetz freute sich über diesen besonderen Besuch.

Zum Schluss lud Pfarrer Andreas Utzat die Festgemeinde zum Mittagessen auf den Dorfplatz ein. Schon seit dem Morgen drehte sich ein Schwein mit stattlichen 117 Kilogramm am Spieß, ständig überwacht von Josef Elterlein aus Riedelhof. Pünktlich kamen die Portionen auf den Tisch. Getränke schenkte die Feuerwehr aus.

Schutz vor Nass von oben boten Zelte des Sportklubs und des Fördervereins der Burgruine Lichtenegg. Der Posaunenchor Fürnried gab, dirigiert von Erwin Maderer, ein Platzkonzert mit beschwingten Melodien.

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