„Walking side by side“

Seiten aus synode aktuell 2 2017 1Seit weit mehr als 100 Jahren gibt es zwischen der bayerischen Landeskirche und der Evangelisch-Lutherischen Kirchen von Papua-Neuguinea eine enge Beziehung. In Amberg ist nun ein historischer Meilenstein gesetzt worden: Erstmals haben die Kirchenspitzen offiziell eine Vereinbarung unterschrieben und die Partnerschaft damit auch formal auf feste Füße gestellt.

Bischof Jack Urame sagte bei der von lang anhaltendem Applaus begleiteten Unterzeichnung: „Heute ist ein wichtiger Tag in unserer Partnerschaftsbeziehung.“ Eine Partnerschaft bedeute, dass man nicht allein sei, sie bestehe aus gegenseitigem Geben und Nehmen. „Allein sind wir schwach, zusammen sind wir stark“. Wie eng der Austausch tatsächlich ist, zeigte sich schon im Eröffnungsgottesdienst: Bischof Urame hielt dort die Eröffnungspredigt. Mit der Vertragsunterzeichnung am letzten
Synodentag setzte er noch den Schlusspunkt unter die Amberger Herbsttagung.

Auch für Synodenpräsidentin Annekathrin Preidel ist die Partnerschaft wichtig. Die bayerische evangelische Landeskirche werde den Weg mit Papua-Neuguinea weitergehen - „Walking side by side“. Partner haben und Partner sein bedeute, Verantwortung füreinander zu übernehmen, voneinander zu lernen und gemeinsam in die gleiche Richtung zu schauen. Hanns Hoerschelmann, Direktor des landeskirchlichen Partnerschaftswerkes Mission EineWelt in Neuendettelsau, sagte, eine
Partnerschaft sei einerseits harte Arbeit, andererseits eine große Bereicherung. Die Partnerschaftsvereinbarung müsse nun weiter mit Leben gefüllt werden.

Die Anfänge der Partnerschaft zwischen den evangelisch-lutherischen Kirchen in Bayern und Papua-Neuguinea reichen bis ins ausgehende 19. Jahrhundert zurück. Am 12. Juli 1886 kam mit dem Neuendettelsauer Johann Flierl der erste bayerische evangelische Missionar in den Pazifik-Staat. Flierls missionarische Arbeit habe jedenfalls große Früchte getragen, betonte Urame. Inzwischen sei die ELK-PNG mit 1,5 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte Kirche des Landes nach der katholischen. Johann Flierl blieb bis 1930 in Papua-Neuguinea und wird dort bis heute verehrt. Geboren wurde er übrigens 1858 in Buchhof im heutigen Landkreis Amberg-Sulzbach, also in unmittelbarer Nähe des Synodentagungsortes.

 

 

 

Christiane Ried (Quelle: Synode  aktuell 2/2017)

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